Flächeninanspruchnahme und Nachhaltigkeitsstrategien
Die tägliche neue Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr in Deutschland beträgt ca. 58 – 69 Hektar. Die zunehmende Flächennutzung hat negative Auswirkungen auf die Umwelt: Die biologische Vielfalt und unzerschnittene Landschaftsräume, wichtig für wildlebende Flora und Fauna gehen verloren. Lärm und Luftverschmutzung nehmen zu.
Zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen – beeinflusst durch demografischen Wandel, Klimawandel und zunehmender Ressourcenknappheit – ist es wichtig, sparsam mit der endlichen Ressource „Fläche“ umzugehen.
Maßnahmen gegen Flächeninanspruchnahme
Die Bundesregierung hat zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme die „Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie – Neuauflage 2016“ und „Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie – Aktualisierung 2018“ beschlossen.
Diese Nachhaltigkeitsstrategie überträgt die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen („Agenda 2030“), in eine nationale Strategie.
Folgende Nachhaltigkeitspostulate (Sustainable Development Goals – SDGs) unterstreichen den Wert einer nachhaltigen Stadtentwicklungspolitik:
– SDG 11.
„Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen“
– SDG 11.1.a
Nachhaltige Flächennutzung
Ziel: Senkung auf 30 ha minus x pro Tag bis 2030
– SDG 11.1.b
Ziel: Verringerung des einwohnerbezogenen Freiflächenverlustes
Die tägliche neue Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke soll bis zum Jahr 2030 auf unter 30 ha reduziert werden. Das Erreichen dieses Ziels ist hauptsächlich Aufgabe der Länder und Kommunen.
Statt des Neubaus auf der grünen Wiese sollen Kommunen ihre Außenbereiche erhalten, indem sie etwa durch Flächenrecycling die Möglichkeiten zur Nutzung von innerörtlicher, bereits erschlossener Flächen ausschöpfen gemäß dem Prinzip „Innen vor Außen“.
Das 2013 in Kraft getretene Baugesetz zur „Stärkung der Innenentwicklung“ (BauGB Novelle 2013) betont ausdrücklich den Vorrang von Maßnahmen zum Innenausbau bei der städtebaulichen Entwicklung. Bestehende Siedlungs- und Verkehrsflächen sollen besser genutzt werden.
Im Klimaschutzplan von November 2016 strebt die Bundesregierung an, bis 2050 die Flächeninanspruchnahme auf Netto Null zu senken. Damit hat sie die Zielsetzung der Europäischen Union aufgegriffen.